Menü

H: Georg, du warst in der Türkei, in Yalova. Wie war’s?

G: Ja, ich durfte zum zweiten Mal an der Yalova Biennale teilnehmen. Das ist eher ein Symposion, wo Künstler aus zwölf Ländern drei Wochen zusammen leben und arbeiten. Vor Ort sind Bildhauer, Objektkünstler, Maler und Grafiker und ich als Fotograf.

H: Was hast du konkret gemacht?

G: Drei Wochen scheinen eine lange Zeit zu sein. Am Ende wird in einer Ausstellung eine Auswahl der entstandenen Arbeiten gezeigt. Das bedeutete für mich eine effektive Arbeitszeit von etwa 14 Tagen. Deshalb fing ich sofort an. Vier Teilprojekte auf meinem Zettel:
Vor allem Porträts von den 30 teilnehmenden Künstlern zu fotografieren.
Als Zweites begleitet mich meine G10-Kamera, und ich fotografiere Begegnungen mit Menschen in der Stadt Yalova, auf Straßen, Plätzen, am Strand, in Läden, auf Schrottplätzen, wenn dort die Bildhauer Material suchen. Leute auf der Fähre nach Istanbul, im Basar, in und an Sehenswürdigkeiten der 14-Millionen-Metropole, wie der Haga Sophia oder der Blauen Mosche oder der Galatabrücke, in den Handwerkergassen, dem Galataturm bis hin zum Taksim-Platz, oder per Schiff als öffentlichem Verkehrsmittel zum Golden Horn.
Drittens konnte ich Dinge ausprobieren, die ich schon immer machen wollte. Zum Beispiel fotografische Bilder, die an die Impressionisten erinnern. Schön, wenn dann so etwas auch klappt.
Und viertens konnte ich meiner heimlichen Liebe, der Malerei, Zeit widmen. Arbeiten davon werden bestimmt im Frühsommer 2014 in einer Ausstellung in der Christuskirche zu sehen sein. Es wird die vierte Ausstellung, deren Eröffnung bisher immer mit der Sopranistin Anja Mertin und ihren Kollegen veranstaltet wurde.

H: Das hört sich nach einem vollen Programm an.

G: War es auch. Durch die Intensität der Situation, das ständige Kennenlernen unterschiedlichster Lebensentwürfe und künstlerischer Positionen ist die Zeit sehr intensiv und fruchtbar, man schafft wirklich etwas. Ich konnte den sonstigen Alltag etwas vergessen. Die Stadt Yalova sorgt für Flug, Unterkunft und Verpflegung.

Zu verdanken ist das in erster Linie Asri Sayrc. Er ist Maler und Bildhauer, Motor der Künstlergruppe „Fluss“, der wir angehören. Asri stammt aus Dorf Safran bei Yalova. Seit fast 30 Jahren lebt und arbeitet er in Deutschland und ist Initiator der Biennale.

H: Jetzt noch mal zurück zu deiner Profession. Machst du, entschuldige, nur Kunst? Oder fotografierst du auch Leute wie mich oder meine Nachbarn?

G: Selbstverständlich ist meine Angebotspalette größer als eben beschrieben. Ich habe keinen Fotoladen, ich arbeite und fotografiere als Freelancer, meine Arbeitsräume heißen Atelier.
Gern begleite ich Leute auch zu Orten, an denen sie sich wohl fühlen. Porträts von Menschen sind meine Leidenschaft, und das kann ich auch sehr gut. Und als Freiberufler kann ich mir Zeit für sie nehmen, egal, ob es sich um Hochzeiten, Familienbilder oder einen Kindergarten handelt. Zudem gebe ich Fotokurse oder Hilfestellung beim Umgang mit der Kamera geben.

H: Sehr schön, Georg. Das kann man doch auch gern als Weihnachtsgeschenk empfehlen...

 Das Gespräch führte Harry Mehner.

Artikel / Beiträge

Von Kulturinteressierten
für Kulturinteressierte

Sie möchten anderen Kulturinteressierten den Besuch einer bestimmten Veranstaltung dringend empfehlen?

Oder den Besuchern des Kulturfensters einen Veranstaltungsort besonders ans Herz legen?

Oder ein Event hat Ihnen außerordentlich gut gefallen? Oder vielleicht auch nicht?

In der Rubrik kurz & knapp haben Sie dazu die Möglichkeit!

Anmelde-Formular

Letzter Monat Juli 2017 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 26 1 2
week 27 3 4 5 6 7 8 9
week 28 10 11 12 13 14 15 16
week 29 17 18 19 20 21 22 23
week 30 24 25 26 27 28 29 30
week 31 31
nach oben