Menü

Es ist der letzte Dienstag im Januar. In der Espressobar LaLü am Rathenauplatz treffen sich bildende Künstler/innen aus Schöneweide. Dieses informelle Treffen hat inzwischen schon Tradition im Ortsteil. Angeregt wurde es vor über zwei Jahren in einem Workshop zur Entwicklung von Schöneweide bei den Moving Poets im Bruno-Bürgel-Weg; seitdem ist der letzte Dienstag im Monat im LaLü ein fester Termin.

Es werden Erfahrungen ausgetauscht, von Ausstellungen berichtet, es wird über dieses und jenes gesprochen, auch über die eigenen Ängste, wie die Entwicklung in Schöneweide weitergehen wird, und ob es dabei auch noch Platz für die derzeit über 200 bildenden Künstler/innen geben wird, die hier ihre Wirkungsstätte haben. Es wird darüber diskutiert, wie die Interessen der bildenden Künstler/innen in diesem Umgestaltungsprozess besser vertreten werden können. Eine Woche später wurde dann Schöneweide Artists e.V. gegründet. Mit dem Vorsitzenden Steffen Blunk sitze ich in seinem Atelier. Wir sprechen über die Aufgaben des Vereins.
Als der Bezirk in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends beschlossen hatte, Schöneweide zu einem Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsstandort zu entwickeln, erfolgte nochmals ein reger Zustrom von bildenden Künstler/innen in diesen Ort, angezogen durch die guten Arbeitsmöglichkeiten in den leer stehenden Industriearealen an der Spree und natürlich auch wegen der erschwinglichen Mieten damals. Es wurden Atelierhäuser gebaut, Künstler/innen schlossen sich zu Ateliergemeinschaften zusammen …
„Dem Verein ist daran gelegen diesen Arbeitsstandort Schöneweide für bildende Künstler/innen weiter attraktiv zu halten. Dazu sehen wir es als eine unserer wichtigen Aufgaben an, uns dafür einzusetzen, dass auch in den nächsten Jahren ausreichende und bezahlbare Atelierflächen zur Verfügung stehen. Dies kann nach unserer Überzeugung nur gelingen, wenn es einen starken Ansprechpartner für die Interessen der bildenden Künstler/innen im Ort selbst gibt, der also ein kompetenter Partner für die Gespräche und Verhandlungen mit der Kommune und den Eigentümern der Industrieflächen sein muss.
In diesem Jahr wird es bereits das siebente Mal „Kunst am Spreeknie“ in Schöneweide geben.
Diese Kunstaktion ist längst über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt geworden. Nicht nur ortsansässige Künstler/innen stellen hier aus, sondern viele nationale, aber auch internationale, beteiligen sich. Das ist weiter zu entwickeln und zu professionalisieren. Hier werden wir uns als Verein bereits in diesem Jahr mit einer Gemeinschaftsausstellung verstärkt einbringen. In diesem Zusammenhang ist die Förderung Schöneweider Küntler/innen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene eine wichtige Aufgabe des Vereins.
Schauen sie sich das Projekt NOVILLA für die Hasselwerder Villa an, das wir als Verein absolut befürworten. Hier soll ein spartenübergreifendes Kunstprojekt mit Ausstellungsraum, Veranstaltungsräumen und der Möglichkeit, Gastkünstler unterzubringen, entstehen.
Dieses Haus wird ein offener Treffpunkt für Einwohner des Ortes und anderer Stadteile von Berlin werden, der eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der nationalen und internationalen Kunst- und Kulturszene fördert.
Auf dem alten Rundfunkgelände in der Nalepastraße gibt es eine Konzentration von besonders jungen Künstler/innen. Diese gilt es in die konkrete Arbeit des Vereins einzubeziehen.“
Nun sind bildende Künstler/innen nicht unbedingt als vereinsaffin bekannt, ganz im Gegenteil, ihre Stärke und Kreativität kommen nicht selten aus ihrer Introvertiertheit heraus. Wie soll dort ein Verein tätig werden?
„Das stimmt nur zum Teil, auch unter uns gibt es verschiedene Charaktere. Und es gilt nun mal wie überall die Stärken jedes Einzelnen zu nutzen. Nur, wenn wir das schaffen, wird es uns gelingen, bewusst und kreativ diesen Gestaltungsprozess in Schöneweide zu beeinflussen und den Ort für uns als Künstler/innen auch in der Zukunft zu sichern.“

Mit Steffen Blunk, Schöneweide Artists e.V., sprach Michael Schock

kurz $ knapp

Sie möchten anderen Kulturinteressierten den Besuch einer bestimmten Veranstaltung dringend empfehlen?

Oder den Besuchern des Kulturfensters einen Veranstaltungsort besonders ans Herz legen?

Oder ein Event hat Ihnen außerordentlich gut gefallen? Oder vielleicht auch nicht?

In der Rubrik kurz & knapp
haben Sie dazu die Möglichkeit!

Anmelde-Formular

Letzter Monat April 2018 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 13 1
week 14 2 3 4 5 6 7 8
week 15 9 10 11 12 13 14 15
week 16 16 17 18 19 20 21 22
week 17 23 24 25 26 27 28 29
week 18 30

 

Kiezkultur
übern Tellerrand

Das Internetportal für Kiez-Kultur
in den Berliner Bezirken!
Ausgehend von unseren Erfahrungen bei der Herausgabe bezirklicher Kultur-Magazine in gedruckter Version seit 2003 ging im Februar 2009 mit dem Kulturfenster Berlin eine neue Plattform für die Bezirke online.

Ihr Bezirk ist noch nicht vertreten?

Nehmen Sie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
mit uns auf!
nach oben