Menü

April 2014

Wenn am Karfreitag in der Stadtkirche Köpenick die Johannes-Passion aufgeführt wird, hat die St. Laurentius-Kantorei einen großen Auftritt. Denn der Chor wird in diesem Oratorium von Johann Sebastian Bach ein – wie es oft in solchen Konzerten der Fall ist – bejubelter Protagonist sein. Chormusik hat jetzt, um Ostern herum, wieder eine hohe Zeit, was schon allein dem Umstand geschuldet ist, dass sie ihren Ursprung in den liturgischen Gesängen der römisch-katholischen Kirche zu Zeiten von Gregor I. hat, der von 590 bis 604 Papst war.

Diese Musik ist heute als Gregorianik wieder populär. Und so sind eben die bedeutenden christlichen Feste, voran Ostern und Weihnachten, Spitzenzeiten für Chöre.
Von Chören in unserem heutigen Verständnis – vielstimmigen, oft mit Laien besetzten Gesangsgruppen – spricht man erst seit dem 19. Jahrhundert. Die meiste vor dem Spätbarock entstandene Vokalmusik ist musikwissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge solistisch aufgeführt worden, gilt inzwischen aber durch die spätere Aufführungstradition oft als „Chormusik“.
In der Romantik blühte die Chormusik auf, zunehmend schufen bedeutende Komponisten auch Lieder weltlichen Charakters speziell für Gesangsensembles. Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und Carl Friedrich Zelter stehen stellvertretend dafür. Zelter war dabei, als 1791 die Sing-Akademie zu Berlin gegründet wurde. 1800 übernahm er die Leitung dieser weltweit ersten bürgerlichen gemischten Chorvereinigung, die bis heute besteht; in doppelter Ausführung sogar (als Resultat der Teilung der Stadt), nichtsdestotrotz mit zweifach bedeutendem Renommee.
Singen im Chor ist für viele Menschen ein leidenschaftlich ausgeübter Bestandteil ihrer Freizeit. Nach eher zurückhaltenden Schätzungen gibt es derzeit in Berlin rund 1.500 Chöre mit 50.000 Sängerinnen und Sängern. Berliner Chöre bestimmen das öffentliche Musikleben in erheblichem Maße mit, denn bei rund 10.000 Konzerten und Veranstaltungen werden fast zwei Millionen Zuhörer erreicht. Die meisten Chöre sind Laienchöre; es gibt nahezu keine musikalische Sparte, in der nicht auch Chöre unterwegs sind. Für Menschen mit musikalischen Ambitionen ist es die einfachste Art, dieser Neigung nachzugehen, denn das Instrument führt man stets bei sich.
Singen im Chor ist vergnüglich, anspruchsvoll, herausfordernd, gesellig; es wirkt seelisch und körperlich wohltuend. Glauben Sie mir, ich weiß, worüber ich schreibe. Seit siebzehn Jahren singe ich im Bass eines Kammerchores.

Harry Mehner

WO?? Schöneweide??

Vor einigen Jahren war es üblich, diese Frage zu stellen, wenn sich jemand mit seinen Freunden über diesen Stadtteil von Berlin unterhielt. „Ich war neulich in Schöneweide zum Konzert.“  „Vorige Woche habe ich in Schöneweide einen guten Freund getroffen.“ Oder ganz verrückt: „Wir haben in Schöneweide ein Café aufgemacht.“ Sofort kam prompt die Frage: Wo? Schöneweide? Begleitet von einem mitleidigen Kopfschütteln und guten Ratschlägen zum Überleben. Ein Teil der Stadt, das schon, aber was zum „Henker“ hast Du dort verloren? Ja, zum Bespiel ein kleines Café aufmachen.

Weiterlesen...
Letzter Monat Januar 2018 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 1 1 2 3 4 5 6 7
week 2 8 9 10 11 12 13 14
week 3 15 16 17 18 19 20 21
week 4 22 23 24 25 26 27 28
week 5 29 30 31
nach oben