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April 2015

im April feiern zwei ewig minderjährige Lümmel Geburtstag, deren legendärer Ruf in ihrer dreist-derben Hinterlist begründet ist: Max und Moritz werden 150 Jahre alt. Als sie 1865 in Bildern und Reimen das Licht der Welt erblickten, konnte ihr Erzeuger noch nicht ahnen, dass er mit seinen Versen einst zum Fundus geflügelter Worte in der deutschen Sprache beitragen sollte.

„Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich!“ – Den und manch anderen flotten Spruch aus der Feder von Wilhelm Busch kennt wohl jedermann.
Max & Moritz hatten als Gestalten der Kinderliteratur keinen gar so großen Stammbaum. Denn bis ins 18. Jahrhundert existierten Bücher, die sich mehrheitlich an Kinder wandten, eigentlich überhaupt nicht. Kinder galten als „kleine Erwachsene“, die Kindheit wurde als kurze Übergangsphase abgetan. Erst der große Aufklärer Jean-Jacques Rousseau forcierte die Sichtweise, nach der Kinder ihre eigene Art haben, zu sehen, zu denken und zu fühlen. Alsbald entstand sozusagen eine neue literarische Zielgruppe. Zunächst kamen Bücher für Kinder vor allem moralisch und belehrend daher, Unterhaltung blieb nebensächlich. In Romantik und Biedermeier war das Kinderbuch vorwiegend niedlich und herzig.
1845 versetzte der Kinderarzt Heinrich Hoffmann der possierlichen Süßlichkeit einen heftigen Tritt und ersann mit dem grotesken, makabren „Struwwelpeter“ eines der berühmtesten Kinderbücher Deutschlands. Nachfolgend – im 19., 20. Jahrhundert und bis auf den heutigen Tag – wurden immer wieder Helden geboren, welche Scharen von jungen Leserinnen und Lesern Spannung, Entzücken, Kurzweil und Vergnügen verschafften. Tom Sawyer, Heidi, Mowgli, Biene Maja, Pippi Langstrumpf, Jim Knopf, Alfons Zitterbacke, Pettersson & Findus ... – die Liste der Nachfahren von Max & Moritz vermag jeder Leser, Vorleser und Zuhörer nach eigenem Gusto fortzusetzen.
Lesen ist eine einmalige Fähigkeit des Menschen, ein Privileg. Es sei erstaunlich, dass wir diesen komplexen Prozess überhaupt erlernen können, wundern sich selbst Hirnforscher. Lesen ist die billigste und wirkungsvollste Bildungsinvestition. Aber, es gibt Jugendliche, die noch nie ein Buch gelesen haben. Die beste Motivation für Kinder sind Mütter und Väter, die vorlesen, Omas und Opas, die Geschichten erzählen. Die Lust am Lesen fängt beim Kleinkind an. Wer ohne Bücher aufwächst, kann auch später kaum zur Leseratte werden.

Harry Mehner

WO?? Schöneweide??

Vor einigen Jahren war es üblich, diese Frage zu stellen, wenn sich jemand mit seinen Freunden über diesen Stadtteil von Berlin unterhielt. „Ich war neulich in Schöneweide zum Konzert.“  „Vorige Woche habe ich in Schöneweide einen guten Freund getroffen.“ Oder ganz verrückt: „Wir haben in Schöneweide ein Café aufgemacht.“ Sofort kam prompt die Frage: Wo? Schöneweide? Begleitet von einem mitleidigen Kopfschütteln und guten Ratschlägen zum Überleben. Ein Teil der Stadt, das schon, aber was zum „Henker“ hast Du dort verloren? Ja, zum Bespiel ein kleines Café aufmachen.

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