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August 2015

die ursprünglichste und älteste musikalische Ausdrucksform des Menschen ist das Singen. Jeder kann es, obwohl dies mancher vehement bestreitet. Aber tut es auch jeder? Nach einer Studie des Eurobarometers – das ist eine regelmäßig von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene öffentliche Meinungsumfrage in den EU-Ländern – ist dem bei weitem nicht so. Demnach haben nur 11% aller Befragten in den zurückliegenden zwölf Monaten gesungen.

Die Meisten waren es in Dänemark mit 38%, Deutschland erreichte exakt den Durchschnitt von 11%. Schlusslicht in der Liste sind überraschenderweise die Italiener mit 4%.
Es kann sein, dass selbst die anonyme Antwort auf die Frage, ob man singt, manchem Mitbürger peinlich ist. Jedenfalls erscheint es mir wenig zu sein, wenn nur gut jeder zehnte Deutsche zugibt, manchmal zu singen. Denn eine andere Zahl ist bemerkenswert: Rund 37 Millionen Europäer singen in einem Chor. Zu diesem Ergebnis kam eine ausführliche Untersuchung des europäischen Chorverbandes „Europa Cantat“. Für Deutschland wurden 4,8 Millionen Chorsänger ermittelt, 6,3% der gesamten Bevölkerung. Damit liegen wir auf einem Platz im gehobenen Mittelfeld. Spitze sind die Österreicher und Niederländer mit etwa 11%.
Abgesehen vom Vergnügen, das es bereitet, fördert das Singen im Chor nachweisbar die Gesundheit, erhöht das allgemeine Wohlbefinden, die geistige Leistungsfähigkeit und die Lebenserwartung. Zudem macht uns eine wohlklingende Stimme attraktiver. Solcherart Nutzen ziehen allein in unserer Stadt mindestens 10.000 Menschen. So viele Mitglieder haben die 244 Chöre, die im Chorverband Berlin organisiert sind.
18  dieser Ensembles sind in Treptow-Köpenick beheimatet.
Chormusik umfasst eine sehr breite Spanne in Ausführung und Stil – vom A-cappella-Gesang bis zum sinfonischen Werk, von der im 6. Jahrhundert wurzelnden Gregorianik bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Die Möglichkeiten gehen weit über das hinaus, was man gelegentlich in einschlägigen Samstagabend-Unterhaltungsshows der Öffentlich-Rechtlichen serviert bekommt.
Chorkonzerte finden auch in unserer näheren Umgebung regelmäßig statt. Vielleicht kann ich Ihre künftige Aufmerksamkeit mit diesen Zeilen etwas schärfen. Die vielen ambitionierten Laienchöre freuen sich über vielköpfiges Publikum. Etliche unter ihnen werden in gut vier Monaten ihr nächstes Programm zu Gehör bringen. Dann ist nämlich Advent. Die Musik dafür wird jetzt schon einstudiert und geprobt, trotz Hochsommer.

Harry Mehner

WO?? Schöneweide??

Vor einigen Jahren war es üblich, diese Frage zu stellen, wenn sich jemand mit seinen Freunden über diesen Stadtteil von Berlin unterhielt. „Ich war neulich in Schöneweide zum Konzert.“  „Vorige Woche habe ich in Schöneweide einen guten Freund getroffen.“ Oder ganz verrückt: „Wir haben in Schöneweide ein Café aufgemacht.“ Sofort kam prompt die Frage: Wo? Schöneweide? Begleitet von einem mitleidigen Kopfschütteln und guten Ratschlägen zum Überleben. Ein Teil der Stadt, das schon, aber was zum „Henker“ hast Du dort verloren? Ja, zum Bespiel ein kleines Café aufmachen.

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